For(t)d fahren - heim schieben oder
Wie mache ich aus einer toten Lichtmaschine einen Zombie

Wieder mal einen Zweijahreswagen gekauft, bzw. 2 Jahre TÜV wo noch eine Karre dran
hängt. Die robusten Pandas gibts nicht mehr dank Merkels Verschrottungsprämie,
im Angebot gabs auf die schnelle bloß den Escort.
Zur ständig angelaufenen Frontscheibe gibts vielleicht mal ein Extrablatt.

Achwas, ist ja gleich erzählt:
Der Verdacht auf Dauerumluft war ja gleich da. Nachdems aber keine Bedienungsanleitung mehr gibt
und die Gebrauchtereparaturanleitungsverschacherer mehr als den Neupreis wollen, hat
das Opfer erstmal zusammengesucht was im Netz über die Karre zu finden war.
Nicht sehr ergiebig, aber ein Hinweis auf auf eine faulige Druckdose brachte die Lösung:
Schlauch abgezogen und der Spuk war vorbei! Brauch kein Klima, ich will frische Luft und was sehen.

2 Wochen nach dem Kauf keine Batterieladung mehr und das bei der Taschenlampenbatterie (45Ah),
die eines der verflossenen Opfer in den Diesel (!) transplantiert hat.

Erste Nachforschungen ergaben: Massepol nicht angezogen - na super!
Lichtmaschine ordendlich versteckt, Ausbau was für einen der Vater und Mutter
erschlagen hat wie man so schön sagt.
Wahrscheinlich der Regler, also an den Klapprechner geklemmt, zu 2, zu 3 und so weiter,
Regler besorgen. War dann doch anders, aber darum gehts ja.

Um die Lichtmaschine des Escort VII auszubauen nimmt man am besten einen Kasten Bier
und ein paar Schachteln Zigaretten zur Beruhigung, alles andere ist optional.

Zuerst muß die Ersatzteilauffangwanne demontiert werden. Wenn die obere Kühlerabdeckung
nicht entfernt werden will, muß das Opfer den Kühler von unten in geeigneter Weise anhängen,
da die untere Kühlerhalterung komplett abgeschraubt werden muß.
Diese im allgemeinen gemein festgerosteten 6 Schraubverbindungen sollten beim
Zusammenbau gut eingefettet werden - vielleicht will das Opfer ja mal den Keilriemen spannen,
wofür die gleiche Zeremonie nötig ist, will man sich nicht die Finger brechen.

Erster Aha-Effekt: Die Licht maschine ist nicht von Bosch sondern eine Marellischleuder, hmm.
Die im Ersatzteilhandel angebotenen Regler sehen so aus:



Bei einem anderen Versandhändler war nur der Bosch Regler zu sehen, nachdem der erste den aber
am Ort lagernd hatte, griff ihn die Frau beim ersten ab.

Die Wahrheit schaute aber so aus:

Eine der Kohlen ist nicht mehr brauchbar,
aber dazu später...



Sei's drum - das eigentliche Problem
war der zerstörte Kommutator.

Eigentlich das aus - aber am Samstag Abend,
alles zerlegt und am Montag früh soll die Karre
gehen - was tun?
Erst mal eine Braunsche Röhre einsetzen (wer das
nicht versteht, muß halt Dosenbier pumpen).

Noch eine Kippe später war der Plan geboren:
Als mittelfristige Sofortlösung wird eine Schleifkohle
durch eine halbwegs brauchbare ersetzt und der Regler
3mm höher montiert um den verbliebenen Teil des K.
hier Schleifring genannt, zu nutzen.



Ein glorreicher Pandalüfter, der auch schon mal den Berlingokühler von der Frau streicheln durfte
lag noch rum...

Ich schlachtete ihn in einem
unaufmerksamen Moment und entnahm
zwei nicht unsympathische Motorkohlen.



Eine schön mit dem Schleifbock
aufs richtige Maß gezimmert...



...und schön eingebaut:



Bei der Montage des Reglers mußte darauf geachtet werden, auch Kontakte und Isolatoren zu verlängern,
z.B. mit Scheiben, Blechhülsen und Gummischlauch oder was sonst so rumliegt.



Das Ergebnis sah ganz hoffnungsvoll aus...



Läuft auch erstmal, vielleicht eh zwei Jahre.
Für den Regler krieg ich wahrscheinlich Gutschrift, aber brauch sowieso Bremsbeläge hinten - hmmpf - ich mein
wie schaffen diese Schleuderschacherer eigentlich immer den Tüv???
Wie auch immer, die nächsten Baustellen sind garantiert.

Epilog:
Die Lichtmaschine hat tatsächlich gehalten.

Eine kleine Episode gabs noch.
Dieser Ford wollte irgendwann nicht mehr so genau geradeaus fahren,
je nach Straßenneigung, Gas geben oder wegnehmen - sehr unangenehm!
Nach einer Probefahrt mit dem Freunlichen war dessen Einschätzung: Domlager hin.
Na servas!
Domlager besorgt und bei der Gelegenheit einen billigen Dämpfer, der Alte war eh schlecht
also was solls?
Habe also mit Spanngurten und zitternden Haarspitzen Domlager und Dämpfer gewechselt und was soll ich sagen?
Problem blieb - oh, no!
Saß ich also ewas geknickt auf dem ausgebauten Vorderrad vor der ganzen Geschichte
und kam endlich auf die richtige Idee:
Unterbauen mit Holzklötzen, mit dem Wagenheber auf- und abfahren und SELBER schauen.
Siehe da - die Schrauben vom Unterlenker waren locker. Mann, Mann, Mann!
Kleine Ursache, großes Gegacker!
Jedenfalls landete die Karre nach der TÜV-Scheidung wo Sie immer hingehörte,
nämlich beim Koslow und wurde durch einen kleinen, hinterhältigen Japaner ersetzt,
einen eintausender Dreizylinder, der mir beim Fahren viel Freude macht aber schon
mal eine Euromark mopste, bzw. verschluckte, die ich leichtsinnig vor die Amaturenscheibe
legte. Aber das ist eine andere Geschichte.